CHRONIK

 

Auszüge aus der 100-jährigen Chronik der Bergmang Alpe

 
 

1901

Gründung der Weidegenossenschaft, Kauf und Neubau der Alpe

„Es war im Jahr 1901, da trafen sich auf Veranlassung des damaligen Bezirkstierarztes Herrn Johann Ehrle mehrere Bauern sowie ein Privateur von Marktoberdorf und Umgebung, um eine Weidemöglichkeit für das Jungvieh zu schaffen…Als in der Gemeinde Ruderatshofen der „Bergbauer“ zum Verkauf anstand, einigten sich die zehn Interessenten, den Bergmanghof…zu kaufen... Der notarielle Kauf fand am 20. Juli 1901 statt. Es wurde dann gleich…mit dem Bau eines neuen Alpgebäudes mit Stallungen für 50-60 Stück Vieh oberhalb des Altbaues begonnen. Im Neubau befand sich eine Hirtenwohnung und ein Gastraum im Obergeschoß. Der Neubau wurde im Herbst 1901 noch fertiggestellt und das alte baufällige Anwesen abgebrochen.“


Der erste Alphirte

„Der erste Hirte wurde eingestellt, ein Italiener namens Zanussi. Neben freier Wohnung, Brennholz soweit vorhanden, sowie die Milch einer Hirtenkuh…erhielt er während der Weidezeit vierzig Mark Lohn je Monat….Erlöse aus dem Getränkeverkauf flossen in die Tasche des Hirten.“



Frühjahr 1902

Der erste Alpauftrieb

„Im Frühjahr 1902 fand rechtzeitig noch im Mai der erste Alpauftrieb statt…Von verschiedenen Seiten wurden unsere Vorväter ob ihres Handels verlacht und verspöttelt (die von der Zehn-Ochsenalp) und heute werden wir um diesen schönen Besitz immer noch beneidet.“


Flächenerwerb, Stallerweiterungen, Erweiterung der Wasserversorgung



 

 

1928 - 1949

Hirtenfamilie Fichtl


 
 
 

1950

Eine begehrte Hirtenstelle

„Als Hirtenstelle war der Bergmanghof lange Zeit sehr begehrt. … So wählte man 1950 …das Ehepaar Köpf für die Hirtenstelle aus. Köpf war ein sehr uriger Typ, über ihn existieren heute noch viele Anekdoten.“


 

1951

50-jähriges Jubiläum

„1951 wurde in einer schlichten aber schönen Feier mit namhaften Ehrengästen und den Besitzerfamilien das 50-jährige Bestehen der Bergmangalpe gefeiert….Allen Anwesenden war diese Feier bei herrlichem Kaiserwetter noch lange in guter Erinnerung.“



1955

Reger Ausflugsverkehr

„Der Ausflugsverkehr nahm zu, das Genossenschaftszimmer war ständig von Gästen besetzt. Somit entschloß man sich 1955, eine Hütte für die Genossen als Aufenthaltsraum neben dem Alpgebäude zu erstellen.“


Wirbelsturm mit Folgen

„Am 30.07.1956 fegte gegen 18:00 Uhr ein gewaltiger Wirbelsturm mit Regen, Schnee und Hagel über den Bergmanghof. Zwei Jungtiere wurden durch Blitzschlag getötet. Der Sturm entwurzelte Bäume, drehte Tannen in etwa fünf Metern Höhe ab und hinterließ ein Bild des Grauens.“



1963-1968

Schwierige Hirtensuche

„Am Ende des Jahres 1963 beendete zum Leidwesen der Genossenschaft das Hirtenpaar Köpf seine Tätigkeit auf der Bergmangalpe… Die anstehende Hirtensuche gestaltete sich nun schon etwas schwieriger. 1964 war ein Müller aus Oberwang bei Kempten Hirte… Vier Weidesommer von 1965 bis 1968 hütete ein Sprenzel aus Leuterschach das Vieh. Als auch dieses Arbeitsverhältnis gelöst wurde, zeigte sich sehr rasch, dass…gute Leute nicht mehr leicht zu bekommen waren.“


1969

Ein Bauer als Hirte

„So wurde die Alpe 1969 an den ledigen Bauernsohn Franz Eberle aus Ruderatshofen auf zehn Jahre verpachtet.“


 
 

1971

Erweiterung der Wasserversorgung



1976

Endlich Strom

„1976 errichtete der Fliegerhorst Kaufbeuren bei der Wasserreserve einen Leuchtmasten mit Gefahrenfeuer. Im Zuge dieser Baumaßname konnte auch die Alpe an das Stromnetz angeschlossen werden.“


 

11.07.1995

Ein harter Schlag

„Am 11.07.1995 traf die Genossenschaft ein harter Schlag. Gegen 21:00 Uhr brannte die Alpe durch Blitzschlag bis auf die Grundmauern nieder…Bei dem Unglück kamen auch 20 Stück Jungvieh in den Flammen um.
Bereits zwei Tage nach dem Brand einigten sich die Besitzer, die Alpe wieder aufzubauen.“


Richtfest des Neubaus


 

26.8.1998

Alpschankeröffnung

„Ein weiterer Meilenstein in unserer Geschichte war der 26.08.1998, als…die Alpschankeröffnung stattfand. Mit der Wiedereröffnung setzten wir eine fast 100-jährige Tradition fort. Die Bergmangalpe ist wohl die einzige Alpe im Ostallgäu mit einer so langen Schanktradition.“


Erweiterung für die vielen Gäste

„Um der Auflage gerecht zu werden, errichteten wir 1999 …an der Lippsäge 10 Parkplätze… Bereits im November 2000 mußte die Küche…angepaßt werden, dazu kamen eine Erweiterung mit Selbstbedienung und eine Überdachung an der Westseite. 2001 konnten wir zusätzlich 10 Parkplätze im „Amseletal“ bei Hiemenhofen …erwerben.“


Die Bergmang Alpe ist wieder ein beliebtes Ausflugsziel geworden. 

Markierte Wanderwege führen von Hiemenhofen, Ruderatshofen und Wenglingen hinauf… Für Wanderer eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die Allgäuer Landschaft mit ihren Bergen, von der Zugspitze mit dem Karwendelgebirge bis hinüber zur Lalidererspitze.
Der Wanderer findet auf der Bergmang Alpe ein gastliches Haus zum Verweilen.
Die Gründung der Genossenschaft vor 100 Jahren war sicher nicht einfach ….Doch bei allen Schwierigkeiten…siegte immer…der Zusammenhalt der Eigentümer. Wir appellieren daher an unsere Nachkommen, diesen schönen Besitz zu erhalten und sich immer des Wahlspruchs der Gründer zu erinnern:

– Ob Stürme brausen – ob Feinde toben –

– der Grund bleibt unten – der Himmel oben –